Der Deerhound


Beim Anblick von schottlands großem grauen Windhund entstehen unweigerlich bilder vom rauhen Hochland, alten Burgen und chieftrains im Kilt.

Die äußere Erscheinung des Deerhounds soll dem Windhundetyp entsprechen:

Zitate aus dem Werk " Windhunde" des Expertenehepaares Ingeborg und Eckhard Schritt; erschienen 1991 im Kosmos Verlag; Seiten 85 bis 91

Der Rücken, sitz verhaltener Kraft und Elastizität, ist weniger gebogen als beim Greyhound und barsoi, aber markanter als beim Wolfhound

Seine Form ist ein langestrecktes Rechteck.

Die Beschaffenheit der Gliedmaßen und Pfoten, der Brust, der Lenden, der Kruppe und Rute soll den auch an die übrigen Hetzthunde gestellten Anforderungen entsprechen.. Dabei hat er starke Knochen, muskolöse Oberschenkel und eine vorzügliche Kniewinkelung, da er in bergigem, unwegsamen Gelände hetzten und Großwild anspringen können mußte.

Der Kopf des Deerhounds, mäßig rauhhaarig und mit Augenbrauen und Bart ausgestattet, zeigt, von der Seite gesehen, in vergrößertem Maßstab die Proportionen des Greyhounds, Nicht zu kurz, aber kräftig - diese Anforderungen werden nicht nur an Kopf und Fang sondern auch an den Hals des Deerhounds gestellt, was mit seiner Arbeit zu tun hat.

 

 

Die Farben des Deerhounds beschränken sich heute auf die Grautöne in allen Schattierungen, während die älteren Farben wie rotbräunlich oder gelb im Standard aus Tradition noch genannt werden, in der Praxis aber nicht mehr vorkommen.

Mit dem rauhen, drahtigem, nässeabweisendem Haarkleid er für das britische Hochlandklima und für den Freiluftaufenthalt bestens ausgerüstet.

Das Haar ist im Nacken, auf dem Rücken und an den Seitenflächen des Rumpfes am härtesten und soll das kleine, zurückgefaltet getragene Ohr möglichst freilassen ( es soll sich anfühlen wie ein Mäusefell )

Der Deerhound ist ein kräftiger und großer Windhund, dem man es ansieht, das er einen Hirch im unwegsamen Gelände verfolgen, stellen und überwältigen kann. Dabei ist er aber auch wieder so elegant mit  windhundetypischem Erscheinungsbild das seine Bewegungen leicht, schnell und wendig sind.

Als Deerhoundbesitzer sollte man bemüht sein, ihm eine, seiner Bestimmung entsprechenden, Bewegung zu ermöglichen. Da die Hetzjagd hierzulande aus tierschützerischen Gründen verboten ist gibt es überall die Möglichkeit, seinen Windhund auf der Rennbahn oder beim Coursing seine angeborene hetztleidenschaft auszuleben.

Und es ist ein spektakuläres ereignis, diesen ansonsten so ruhigen und beherrschten Hirschjäger in raumgreifenden und trotz ihrer Größe mühelos wirkenden sprüngen - Bauch am Boden - dahin rennen zu sehen.


In Schottland, wie überall in Europa war die Jagd auf Großwild ein Vorrecht des adels gewesen. Mehr noch als bei anderen windhunden wurde beim deerhound darauf geachtet, dass ihn kein niederer Lehensmann besass und etwa in den Wäldern der Großgrundbesitzer >>wilderte<<.

Die Deerhounds waren in der Obhut der >>Chieftrains<< der verschiedenen schottischen >>Clans<<. Dort hatten sie seit jeher ihren angestammten Platz nicht im abgeschloßenen Zwinger, sondern im offenen Haus und in der Halle, wo die Leute ein und aus gingen. Dort liegt die Wurzel ihres verläßlichen, unagressiven Verhaltens auch gegenüber fremden Menschen..

Die Deerhounds sind keine Sprinter wie die Greyhounds. Sie jagen langsamer aber ausdauernder.

Dank der Schönheit seiner Linien, des Adels seiner erscheinung und der hohen Qualitäten seines Charakters hat der deerhound zu allen Zeiten seine Liebhaber gefunden.

 

Der Deerhound ist ein schottischer Aristrokrat, und so sollte er auch behandelt werden.

 

 

 

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